Störche in Lindheim

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Seit über 250 Jahren gibt es, urkundlich erwähnt, Störche in Lindheim. Sie sind Wahrzeichen des Vereins und zieren das Logo der Grundschule. Seit 1926 brüten Störche auf dem Schornstein einer ehemaligen Schnapsbrennerei im Hofgut Westernacher. So ging es bis 1979, als letztes Brutpaar Hessen verließen sie Lindheim. 1982 wurde der markante Schornstein durch unseren Verein renoviert, kurze Besuche von Einzelstörchen blieben aber selten. Dann, nach 17 Jahren Pause, eroberte 1997 ein im Elsass beringter Storch das Nest und fand eine unberingte Störchin, sie zogen 2 Jungstörche auf. Im folgenden Jahr erscheint das Storchenmännchen Wilhelm auf dem Schornstein, 8 Jahre zuvor im Hessenpark in Neu-Anspach geboren und beringt. Er brütet seit dieser Zeit jedes Jahr auf seinem Horst und ist mittlerweile 27 Jahre alt. Normalerweise erreichen Weißstörche nur ein Alter von 12 bis 15 Jahren. Da er im Hessenpark aufgezogen wurde, hat er kein Zugverhalten, auch seine jetzige Partnerin überwintert in Lindheim. Alle flügge werdenden Jungstörche zieht es aber in die Ferne zu ihren Überwinterungsgebieten in Südspanien oder Afrika. Alle Junge wurden seither beringt und von einigen kamen Rückmeldungen von Beobachtern.

Die Störche legen ab Ende März im Abstand von 2 Tagen bis zu 6 Eier. Ab dem 2. Ei beginnen sie zu brüten, daher schlüpfen nach ca. 32 Tagen meist zeitgleich 2 Küken, die folgenden dann im Abstand von jeweils 2 Tagen. Wenn nach dem Schlüpfen die Wetterlage ungünstig ist und die Eltern wenig Nahrung finden, haben die zuletzt geschlüpften Küken wenig Überlebenschancen. Meist werden 2 bis 4 Junge flügge, in seltenen Fällen auch mal 5. In manchen Jahren wurden keine Junge groß, obwohl die Eltern anfangs beim füttern beobachtet wurden. Es ist bekannt, dass Kälte und Nässe den Jungen schadet. Die Altstörche versuchen aber bestmöglich die Kleinen zu wärmen und vor Regen zu schützen. Nachdem vor 8 Jahren eine Kamera am Nest installiert wurde, konnte eine mögliche Ursache für den Tod festgestellt werden: Im Nest bildete sich nach einem heftigen Regenschauer eine große Pfütze über längere Zeit. Daher füllen wir jedes Jahr vor der Brutzeit den Nestboden mit durchlässigem Material. Jetzt werden jährlich 2 bis 4 Junge groß. Die Nahrungsgrundlage ist in den Schutzgebieten deutlich verbessert und weitere 3 Nisthilfen wurden aufgestellt. In 2 Horsten wurden je 2 Jungstörche flügge. In der Wetterau brüten mittlerweile 41 Paare.

2 Responses

  1. Gaby

    Ja habe ich auch gesehen, dass das grösste Jungtier schon gestanden hat.
    Gegen 7 Uhr.

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